Mit der Zeyt

Klaus Reichold - Kulturhistoriker

Vorerst für immer
 

 

 

Hochzeitsreisen und Doppelgräber, Leuchtvitrinen und Trockenkränze, sprechende Sofas und schweigende Männer, Liebeslügen und eine Russin, die verschwinden muß. Ob mit oder ohne ›Trauschein‹ – schwule und lesbische Beziehungen sind eine Herausforderung. Leidenschaftlich diskutiert die Republik über die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare mit Eheleuten. Denn konservative Kreise werden nicht müde, die  ›Eingetragene Lebenspartnerschaft‹ als Anfang vom Ende abendländischer Kultur zu begreifen. Schließlich bedrohe das im Jahr 2001 durch einen Beschluß des Bundestages eingeführte Rechtsinstitut die traditionelle Familie. Doch wer weiß schon, welche Formen des Miteinanders Schwule und Lesben tatsächlich suchen und finden, wie sie sich – jenseits des heterosexuellen Musters – ihr Leben einrichten? In den Medien tauchen schwule und lesbische Partnerschaften, die oft länger halten als die deutsche Durchschnitts-Ehe, kaum auf. Denn sie passen nicht ins auflagen- und quotenfördernde Klischee der angeblich so schrillen Homosexuellen. Wer wissen will, wie schwule und lesbische Beziehungen tatsächlich aussehen, wie romantisch oder skurril, dramatisch oder lebensgefährlich sie bisweilen sein können, kann es jetzt erfahren – in dieser Anthologie lesbisch-schwuler Paargeschichten mit Beiträgen von Karen-Susan Fessel, Mirjam Müntefering, Stephan Niederwieser, Baby Neumann, Thomas Plaichinger, Klaus Reichold, Karin Rick, Ariane Rüdiger, Antje Wagner, Mario Wirz und anderen. Das Nachwort stammt aus der Feder von Hans Stempel und Martin Ripkens, deren ›Vorerst für immer‹ schon mehr als 45 Jahre währt.