Mit der Zeyt

Klaus Reichold - Kulturhistoriker

Spektakel voller Schrecken
 

 

Seit Jahrtausenden geistern Prophezeiungen, Anekdoten und gelehrte Betrachtungen über das Wie, Wann und Warum des Weltuntergangs durch die Kulturgeschichte. So hört man zum Beispiel aus der Zeit der Ungarnstürme von einer großen Sonnenfinsternis, die den sonst so wackeren Kriegsknechten Ottos des Großen derart Angst machte, dass sie sich in Fässer und unter Karren flüchteten. Sie sollen gefürchtet haben, der Himmel stürze ein. 998 erschien über Regensburg angeblich ein „blutiger Mond“. Andere Quellen berichten von einem „Blutregen“, der über Frankreich niedergegangen sei. Beide „Zeichen“ galten als Hinweis auf die unmittelbar bevorstehende Apokalypse. Bis heute regen der Weltuntergang und seine möglichen Begleitumstände die Phantasie der Menschen an. Die Vortragsreihe stellt apokalyptische Visionen von der christlichen Antike bis in die Gegenwart vor und hat vor allem süddeutsche Überlieferungen im Blick.